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Aktualisiert am:

Dienstag, 17. Januar 2012 16:06:49

 

 

 

 

 

Paraguay

Paraguay ist ein Binnenstaat in Südamerika, der im Osten an Brasilien, im Süden und Westen an Argentinien und im Norden und Westen an Bolivien grenzt. Der Name des Staates bedeutet „Wasser, das zum Wasser geht“, abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner, Guaraní: pará („Ozean“), gua („zu/von“) und y („Wasser“). Der Ausdruck bezieht sich auf Guaraní meist nur auf die Hauptstadt Asunción, aber auf Spanisch auf das gesamte Staatsgebiet.

Paraguay ist neben Bolivien der einzige Binnenstaat Südamerikas. Im Nordwesten und Norden grenzt es mit 750 km an Bolivien, im Osten mit 1290 km an Brasilien und im Süden und im Westen an Argentinien mit 1699 km. Die gesamte Grenzlänge beträgt 3739 Kilometer. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km² ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammengenommen.

Der Río Paraguay durchfließt das Land von Norden nach Süden und gliedert es in zwei naturräumliche Teile, den dünn besiedelten Gran Chaco im Westen, der etwa 60 Prozent der Landesfläche einnimmt und den Oriente, die Ostregion, in der über 97 Prozent der Bevölkerung lebt. Der Gran Chaco ist eine schwach nach Osten geneigte, von 100 Meter im Sumpfland am Río Paraguay allmählich auf 450 Meter am Fuß der Anden ansteigende quartärzeitliche Aufschüttungsebene mit einheitlichem Landschaftscharakter. Östlich des Río Paraguay erstreckt sich ein in der Cordillera de Caaguazu bis zu 700 Meter hohes subtropisches Tafel- und Bergland, das zu dem von paläozoischen und mesozoischen Sedimenten und mächtigen Basaltdecken, den so genannten Paraná-Basalten, bedeckten, präkambrischen Brasilianischen Schild gehört. Es bricht in einer Stufe zur fruchtbaren Paraná-Paraguay-Senke ab, in deren südlichem Teil sich weite Sumpf- und Überschwemmungsgebiete erstrecken.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt östlich des Río Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunción sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Im Norden und Westen des Landes, der von der Ebene des Gran Chaco eingenommen wird, leben nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung.

Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind Paraguayer, in der Mehrzahl Mestizen, die aus der im wesentlichen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guaraní-Indianerinnen mit spanischen Einwanderern hervorgegangen sind. Sporadisch, insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungsschüben aus Europa, sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien. Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und indigenen Völkern, unter denen die Guaraní die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache (Guaraní), die auch von 80 Prozent der nicht indigenen Bevölkerung gesprochen wird, hat laut der Verfassung von 1992 neben Spanisch offiziellen Status. Heute zählt man vier Stämme zur Guarani-Tupi-Gruppe: Die Ava-Guarani, die Pa'i tavyterä (Caiuá), die Mby'a und die Aché. Die vergleichsweise wenigen schwarzafrikanischen Sklaven, die nach Paraguay kamen, sind heute mittlerweile fast völlig mit den übrigen Bevölkerungsgruppen vermischt.

Es gibt 1000 bis 1200 Aché-Indianer im subtropischen Osten. Sie gelten als Nachkommen der einstigen Urbevölkerung Ostparaguays. Um 500 v. Chr. wanderten Guarani-Gruppen aus dem Amazonasgebiet ein, besetzten die an den Flussniederungen liegenden Gebiete, legten dort ihre Pflanzungen an und verdrängten die Vorfahren der Aché in die höher gelegenen Waldgebiete.

Als dritte Sprache des Landes wird gelegentlich Deutsch vernommen: von deutschen Auswanderern oder von Mennoniten, die jedoch meist einen niederdeutschen Dialekt (Plautdietsch) sprechen. – Dennoch spielt das Hochdeutsche in den mennonitischen Kolonien eine signifikante Rolle: insbesondere als Kirchen-, Schul- und Verwaltungssprache sowie als Sprache der Medien. Nur wenige Deutschstämmige verwenden allerdings Deutsch noch als Muttersprache. Je in etwa zur Hälfte in Ostparaguay und im Chaco wohnt diese zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 zunächst aus Kanada und später meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf knapp 30.000 Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen ca. 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 deutschstämmige Brasilianer aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná. Sie werden auch Brasiguayos genannt. Die Situation der Brasiguayos wird zurzeit wegen der ungleichen Verteilung des Grundbesitzes zu Gunsten der Brasiguayos während der Stroessnerschen Periode in den paraguayischen Medien diskutiert.

Fünf bis sieben Prozent der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft. Die Volkszählung im Jahr 2002 belegt 1838 (ca. 0,035 Prozent der Bevölkerung) in Paraguay lebende Personen, die in Deutschland geboren sind. In der Regierungszeit des deutschstämmigen Diktators Alfredo Stroessner, der von 1954 bis 1989 das Amt des Staatspräsidenten inne hatte, sind zehntausende aus Brasilien stammende Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren 1973/74 waren es 42.000, vor allem in die Departamente Alto Paraná, Itapua, Canendiyú, Caaguazú und San Pedro. Allein in diesen Departamenten leben heute weit über 100.000 Deutschbrasilianer in neun Groß- und 45 Randsiedlungen. Ein weiteres Zentrum der Einwanderung liegt um Hohenau herum mit mindestens 30.000–35.000 Deutschbrasilianern. Seit dem Sturz Stroessners im Februar/März 1989 kamen weitere 150.000 Deutschstämmige aus Südbrasilien dazu. An der argentinischen Grenze wohnen auch viele polnisch- und ukrainischstämmige Menschen.

Geschichte:

 

Vorkolumbische Zeit

Das heutige Paraguay gehörte zum Siedlungsgebiet der indigenen Stämme der „Guaraní“ (bedeutet „Krieger“) zwischen dem Río de la Plata und dem Orinoco-Delta, dem Atlantik und den Anden. Periodische Wanderungen in unterschiedliche Richtungen auf der Suche nach dem „Land ohne Übel“.

Ca. 1513–1518

Wanderungsbewegung der „Guaraní“ nach Westen führt erneut zum Zusammenstoß mit dem Inkareich. Verbreitung der Gerüchte über Berge und Städte aus Edelmetall im Westen.

1537

Gründung der heutigen Hauptstadt Asunción durch die Spanier Juan de Salazar und Espinosa

1811

Unabhängigkeit Paraguays

1864–1870

Tripel-Allianz-Krieg: Paraguay verliert einen großen Teil seiner Bevölkerung und seines Territoriums

1932–1935

Chacokrieg gegen Bolivien: Paraguay siegt und sichert sich somit umfangreiche Gebiete im umstrittenen Chaco-Gebiet.

 

Paraguay wurde 61 Jahre von der Partido Colorado regiert. Obgleich Paraguay heute keine Diktatur mehr ist, ist es doch als autoritäres Regime einzuordnen. Die lange Herrschaft nur einer Partei hat zu einer engen Verflechtung zwischen den Strukturen des Staates und denen der Partei geführt. In der Klassifizierung von Freedom House gilt das Land denn auch nicht wie mittlerweile die meisten südamerikanischen Staaten als frei, sondern nur als teilweise frei. Eine vollständige Wende hin zur pluralistischen Demokratie, wie sie in anderen Ländern mit Militärdiktaturen in Südamerika stattgefunden hat (z. B. in Brasilien, Chile und Argentinien) ist in Paraguay bislang ausgeblieben.

Am 20. April 2008 fanden in Paraguay Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Fernando Lugo, ehemaliger Bischof und Befreiungstheologe, wurde mit über 40% der Stimmen zum künftigen Präsidenten gewählt, diese einfache Mehrheit reicht für das Präsidentenamt, nicht jedoch für die Mehrheit in den beiden Kammern aus.

Fernando Lugo wurde am 15. August 2008 in das Amt des Präsidenten Paraguays eingesetzt. Unter anderem versprach er das Elend und die Korruption in dem südamerikanischen Land zu bekämpfen.

Wichtigste Städte:

 

Paraguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunción mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgrößte Stadt ist Ciudad del Este (239.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Weitere wichtige Städte sind Pedro Juan Caballero (etwa 65.000 Einwohner) im Nordosten und Encarnación am Río Paraná. Concepción mit ca. 50.000 Einwohnern liegt 200 km nördlich von Asunción am Rio Paraguay.

In der Cordillera, dem 3. Bundesland Paraguays, befinden sich zwei erwähnenswerte, kleinere Städte. Zum einen Caacupé, ca. 50 km östlich von Asunción, wo jährlich am 8. Dezember das Fest der Jungfrau von Caacupé mit mehr als 2 Millionen Menschen gefeiert wird. Zum anderen ist die Nachbarstadt Eusebio Ayala durch ihre Geschichte bedeutsam. Diese historische Schul- und Universitätsstadt ist mit ihren 22.000 Einwohnern einer der geschichtlich wichtigsten Orte Paraguays. Hier fand eine vernichtende Schlacht im Tripel-Allianz-Krieg (1865–1870) statt, bei der 20.000 Soldaten mehr als 3500 paraguayische Kinder, die als Soldaten mit Bärten verkleidet waren, ermordeten. Der am 16. August jährlich stattfindende Aufmarsch von Schulkindern aus dem ganzen Land und die Gedenkstätte am Cerro Gloria erinnern noch heute daran, jegliche Akte von Unmenschlichkeit zu unterlassen.

Wirtschaft

Paraguay war bis in die 1960er Jahre ein reines Agrarland, aber auch ein Land, das sich viel mit Wasserwirtschaft beschäftigt. Heute noch spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle: 39 Prozent der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 24,9 Prozent zum BIP beiträgt.

Großgrundbesitz prägt nach wie vor die Besitzstruktur, etwa 66 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehören 10 Prozent der Bevölkerung – ein Merkmal, das für die meisten lateinamerikanischen Staaten typisch ist. Allerdings haben das Forstgesetz Ley 536/95 und die Verabschiedung des Estatuto Agrario im Januar 2002 zu einer deutlichen Verschiebung der Besitzverhältnisse geführt. Heute können alle Großgrundstücke, die nicht zu mindestens 30 % landwirtschaftlich genutzt sind, enteignet werden. Trotzdem ist immer noch etwa ein Drittel der ländlichen Bevölkerung ohne Land.

Seit den 1970er Jahren entwickelte sich ein industrieller Sektor, der im Jahre 2006 rund 13,9 Prozent zum BIP beitrug. Der Dienstleistungssektor steuerte im selben Jahr (2006) mit 51,4 Prozent den Löwenanteil zum BIP von 9,3 Milliarden US-Dollar bei.

Land- und Forstwirtschaft

In der westlichen Landeshälfte, dem Chaco, wird vor allem Weidewirtschaft betrieben, wo Niederschlagsmengen es zulassen (Agua Dulce Region) auch Feldwirtschaft (Sorghum). Im ariden Westen des Chacos sind (Stand Januar 2009) einige großflächige Jatropha-Plantagen projektiert.

In den letzten Jahrzehnten wurde von den Mennoniten die Milchwirtschaft nach europäischen Standards ausgebaut, die nun fest in ihrer Hand ist. Östlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte (21 Prozent Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tannin und Petitgrain. Petitgrain ist ein Öl der Bitterorange, das zur Parfümherstellung verwendet wird.

Die Situation des Waldes in Paraguay gilt als unvermindert kritisch. Bei einer Waldzerstörung von 400.000 ha jährlich hat die Waldfläche laut Landwirtschaftsministerium innerhalb von nur 50 Jahren um mehr als 65% abgenommen. Es gibt praktisch keine unberührten Waldflächen mehr, da auch in Nationalparks illegal abgeholzt wird. Nur 20.000 ha des Naturwaldes werden nach forstlichen Kriterien bewirtschaftet. Dazu gesellen sich noch 43.000 ha Schnellwuchsplantagen, auf denen Neophyten, wie Kiefer, Eukalyptus und Teak hochgezogen werden.

Der Export von Soja als Vorprodukt, nicht nur zu Speiseöl und Mastfutter, sondern auch zu Biokraftstoff spielt eine überaus schnell wachsende Rolle, so dass es inzwischen zu schweren Konflikten zwischen Großgrundbesitzern, die Soja anbauen auf der einen Seite und der übrigen Bauernbevölkerung kommt. Dabei wurden bis 2007 rund 100.000 Bauern und indigene Gruppen gegen ihren Widerstand umgesiedelt. Zugleich wurden die Waldbestände drastisch reduziert, und, da es sich nicht um Nahrungsmittelproduktion handelt, der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln stark erhöht.[10]

In Paraguay ist ausländischer Grundbesitz in jeder Größe fast ohne Einschränkungen gestattet (Nur Staatsbürger Brasiliens, Argentiniens und Boliviens dürfen in bestimmten Grenzregionen kein Land erwerben. Berichte einiger Medien am Jahresende 2008, dass ausländischer Grunderwerb beschränkt werden solle, sind entsprechend falsch und basierten auf einem Missverständnis genau dieser Brasilianer/Grenzregions-Bestimmung)

Bergbau spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-, Mangan- und Steinsalzlagerstätten.

Industrie

Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten und trägt nun 13,9 Prozent zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zement- und Stahlwerk. 22 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt.

Ein Devisenbringer für Paraguay ist das Kraftwerk Itaipú, das bis 2006 das größte Kraftwerk der Welt war. Es wurde in einem Joint-Venture zusammen mit Brasilien erbaut, und gehört den beiden Staaten zu gleichen Teilen. 99,88 Prozent der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden in Wasserkraftwerken erzeugt. Der vom Kraftwerk Itaipú erzeugte paraguayische Stromanteil, der von Paraguay nicht verbraucht werden kann, muss zu Produktionskosten an Brasilien verkauft werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Wasserkraftwerk Yacyretá, welches Paraguay mit Argentinien konstruiert.

Schattenwirtschaft

Paraguay hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft. Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln und deren Wiederausfuhr in benachbarte, wohlhabende Länder aus, sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer und städtischer Straßenhändler.

Wegen der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und häufig in Form der Subsistenzwirtschaft.

Kenndaten

Zwischen den Jahren 1998 und 2002 durchlief Paraguay eine Wirtschaftskrise, welche durch einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, eine Erhöhung der Staatsverschuldung sowie einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet war.

Seit 2003 zeichnet sich eine spürbare Erholung der wirtschaftlichen Lage ab. Zwischen 2003 und 2006 wuchs das BIP um durchschnittlich 3,7 Prozent. Ebenso wird seit 2004 erstmalig seit 1995 ein Haushaltsüberschuss erzielt, welcher 2006 bei 0,5 Prozent des BIP lag. Die Staatsverschuldung Paraguays lag Ende 2006 bei 24,1 Prozent des BIP.

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist eine Folge der allgemein günstigen wirtschaftlichen Entwicklung in Südamerika, dem Anstieg wichtiger Exportartikel, sowie Konsolidierungsbestrebungen der Regierung Nicanor Duarte Frutos.

Durch die starke Bevölkerungsentwicklung (Wachstum von 2,3 Prozent pro Jahr) sowie die ausgeprägten sozialen Ungleichheiten trägt das Wirtschaftswachstum allerdings nur langsam zur Verbesserung der Lebensbedingungen weiter Teile der Bevölkerung bei.

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Literatur

Über die nationalen Grenzen hinaus wurde für die Literatur Paraguays der Schriftsteller Augusto Roa Bastos von nachhaltiger Bedeutung. Als Romantiker von regionaler Bedeutung gilt Roberto Villanueva.

Musik

Bezüglich der klassischen Musik ist der Gitarrenvirtuose Agustin Barrios Mangoré (1885 bis 1947) hervorzuheben, der in San Juan Bautista geboren wurde und in ganz Südamerika und Europa erfolgreich als Virtuose, Lehrer und Komponist tätig war.

In Paraguay wird außerdem die folkloristische Musik sehr gepflegt, besonders wichtig ist hierbei die "Polka". Ein klassisches Folklore-Instrument ist die Harfe. Aus dieser Folklore entwickelte José Asunción Flores die Guarania.

Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern ist zurzeit die Cumbia (in Paraguay Cachaca genannt) die wichtigste Form der Populärmusik.

Sport

Fußball ist die Hauptsportart Paraguays. Paraguay verfügt über eine Fußballmannschaft, die seit den 1990er Jahren immer stärker geworden ist und sich erstmals in der Landesgeschichte viermal in Folge für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland konnte sich die Nationalelf von Paraguay am 8. Oktober 2005 mit einem Sieg in Venezuela qualifizieren. Paraguay schied aber schon in der Vorrunde mit nur einem Sieg und 2 Niederlagen als Gruppendritter aus. Auch für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat sich die Mannschaft qualifiziert.

Die bekanntesten paraguayischen Fußballspieler sind José Luis Chilavert, Roque Santa Cruz, Nelson Valdez, Julio dos Santos und José Saturnino Cardozo.

Bildung

Für Kinder herrscht im Alter von 5 bis 15 Jahren eine Schulpflicht. Diese wird aber nicht ausreichend durchgesetzt. Wegen Qualitätsmängeln der öffentlichen Schulen besuchen Kinder, deren Eltern das Geld aufbringen können, eine der zahlreichen Privatschulen. Des Weiteren verfügt Paraguay über staatliche und private Universitäten. Das Hochschulwesen in Paraguay ist dreigliedrig (Licenciatura, postgraduale Master, Promotion). Als beste Universität des Landes gilt die Universidad Nacional de Asuncion (Staatlich). In Paraguay werden generell Studiengebühren erhoben.

Text aus: Wikipedia.org

Sehenswürdigkeiten

Asuncion

(spanisch für Mariä Himmelfahrt, voller Name Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción) ist die Hauptstadt des Staates Paraguay in Südamerika. Sie ist mit rund 500.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt des Landes. Der Ballungsraum Asunción hat rund 1,9 Millionen Einwohner.

Skyline Asuncion
Regierungspalast
Datei:Asuncion Cabildo.JPG
Konkressgebäude
     

Caacupé

 Caacupé ist der größte und einzige Wallfahrtsort Paraguays. Alljährlich erwartet das Städtchen
am 8. Dezember etwa 1 Million Pilger, die aus allen Teilen des Landes herbeiströmen, um an einer kilometerlangen Lichterprozession teilzunehmen.
Die Basilica ist die größte Kirche Paraguays, sie wurde vor einigen Jahren von Papst Johannes Paul II eingeweiht . Caacupe gilt daher auch als das religiöse Zentrum Paraguays.
 

 
    Basilica
 
     
 
Cruz del peregrino. Paraguay   Tafelberg
 

San Bernardino

San Bernardino ist eine Kleinstadt und Distrikt im paraguayischen Departamento Cordillera, rund 50 Kilometer von Asunción entfernt.Die Stadt wurde am 24. August 1881 von Jakob Schaerer als deutsche Kolonie gegründet und hat 10.176 Einwohner (Schätzung der Stadtverwaltung 2007). Ursprünglich hieß die Stadt Nueva Baviera (Neubayern), wurde aber nach dem Ersten Weltkrieg nach dem General und Präsidenten Paraguays Bernardino Caballero benannt. Die Flagge der Stadt entspricht mit ihren horizontalen Balken in schwarz, rot und gelb praktisch der Flagge Deutschlands.

Aufgrund der Lage am Ostufer des Ypacaraí-Sees ist San Bernardino ein bedeutendes Urlaubsziel für die einheimische Bevölkerung. Viele wohlhabende Paraguayer besitzen ein Ferienhaus in San Bernardino, welches jedoch in der Regel nur in den Sommermonaten Dezember bis Februar genutzt wird. Die Architektur der Ortsmitte wird geprägt von teils heruntergekommenen Gebäuden aus der Gründungsphase und Ferienhäusern des 20. Jahrhunderts, vermischt mit einzelnen Hotelanlagen und Gastronomiebetrieben. An der Hauptzufahrtsstraße, Ruta General Morínigo, befindet sich eine Vielzahl von meist nur saisonal geöffneten Diskotheken, einfachen Restaurants und Clubanlagen. An Sommerwochenenden strömen bis zu 20.000 Gäste nach San Bernardino, welches sich auch als Capital del Verano (Hauptstadt des Sommers) bezeichnet.

San Bernardino ist auch der Sterbeort des politischen Agitators Bernhard Förster, dem Schwager von Friedrich Nietzsche. Auf dem Friedhof ist das Grab von Luis Alberto del Paraná, des Sängers der Los Paraguayos.

 

 

See San Bernardino

 

 

 

 

 
     

Iguazú-Wasserfälle

 

Die Iguazú-Wasserfälle (portugiesisch: Cataratas do Iguaçu [kata'ɾatɐs du igwa'su]; spanisch:Cataratas del Iguazú [kata'ɾatas del iɣwa'su]) sind die Wasserfälle des Flusses Iguaçu/Iguazú an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Paraná und der argentinischen ProvinzMisiones.

Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Großteil ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge an den Fällen schwankt von 1500 m³/s bis über 7000 m³/s. Das umgangssprachlich Garganta del Diablo (spanisch) beziehungsweise Garganta do Diabo(portugiesisch) oder „Teufelsschlund“ genannte Wasserfallsystem ist eine U-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht. Da die meisten Fälle in Argentinien liegen, ist der größere Panoramablick von der brasilianischen Seite möglich. Die Fälle sind durch mehrere größere und kleinere Inseln voneinander getrennt. Über ungefähr 900 der 2700 Meter fließt kein Wasser. Die Fälle liegen sowohl im argentinischen Nationalpark Iguazú als auch im brasilianischen Nationalpark Iguaçu. Diese wurden 1984 (Argentinien) und 1986 (Brasilien) zum UNESCO-Welterbe ernannt.

Der Name Iguazú hat seinen Ursprung aus den guaranischen Wörtern y für Wasser und guasu für groß. Als erster Europäer entdeckte der spanische Conquistador Álvar Núñez Cabeza de Vaca die Fälle; einer auf der argentinischen Seite ist nach ihm benannt.

In der Nähe liegen die Städte Foz do Iguaçu im brasilianischen Bundesstaat Paraná und Puerto Iguazú in der argentinischen Provinz Misiones und der Stausee Itaipú.

Bekannt ist der Fluss durch die Iguaçu-Wasserfälle, wenige Kilometer von der Mündung flussaufwärts gelegen. Sie sind die größten (im Sinne von die breitesten) Wasserfälle der Welt (die Victoriafälle sind höher, aber schmaler; allerdings ist ihre Absturzkante ununterbrochen). Der Großteil (ca. ¾ der Fälle) liegt auf argentinischem Staatsgebiet, von wo normalerweise ein Zugang bis zum sogenannten „Teufelsschlund“, spanisch:Garganta del Diablo, besteht. Auf der Gesamtbreite der Fälle von etwa 2.700 m stürzen durchschnittlich 1.700 m³/s, nach längeren Niederschlägen bis zu 7.000 m³/s, in zwei Stufen bis zu 75 m hinab. Im November 2005 waren es nach schweren Regenfällen sogar 12.000 m³/s.

Einer Gedenktafel zufolge entdeckte Álvar Núñez Cabeza de Vaca im Jahre 1542 diese „Schönheit der Natur“. Eleanor Roosevelt soll beim Anblick dieser Fälle nur die zwei Worte „Poor Niagara!“ (je nach Auslegung „Arme oder armselige/kümmerliche Niagarafälle“) ausgesprochen haben.

 

Die Nationalparks beiderseits der Wasserfälle wurden 1984 (Nationalpark Iguazú, Argentinien) und 1986 (Nationalpark Iguaçu, Brasilien) in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Sie schützen einen der letzten Reste Atlantischen Regenwaldes und stellen aufgrund des Fremdenverkehrs einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Die Nationalparks sind ein wichtiger Rückzugsraum für die Artenvielfalt auf dem Gebiet des Iguaçu. Hier leben allein etwa 800 verschiedene Schmetterlingsarten. Wilderei durch ärmere Bevölkerungsteile ist ein Problem im Nationalpark und durch die Wachsamkeit der Park-Ranger werden einige Arten in ihrem Bestand gesichert. Dennoch scheint der Riesenotter bereits ausgerottet worden zu sein. Besonders begehrt ist die Haut der Kaimane, die daher entsprechend geschützt werden.

1999 wurde der brasilianische Teil des Parks auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, weil Anwohner eine bei der Einrichtung des Parks geschlossene Straße wieder eröffneten. Die 17,5 km lange Straße, die den Park in Nord-Süd-Richtung in zwei Hälften zerteilt, erspart den Anwohnern einen Umweg von 130 km. 2001 wurde, nachdem Bundesgerichte die Schließung durchgesetzt hatten, der Nationalpark wieder von der Roten Liste gestrichen. Der politische Streit scheint aber nicht beendet zu sein.[1]

Hinter den Wasserfällen leben und brüten die Rußsegler [2] im Fels, der einzigartige Schutz des Wassers bewahrt sie vor allen natürlichen Feinden. Die einzige Gefahr droht der Population bei Hochwasser während der Regenzeit.

Der Mythos der Guarani erklärt die Wasserfälle als Werk des vor Eifersucht rasenden Gottes Mboi oder Boi.[3] Der bösartige und rachsüchtige Gott in Form einer Riesenschlange verlangte jedes Jahr eine Jungfrau. Einmal floh die Auserwählte gemeinsam mit ihrem Geliebten mit dem Kanu flussabwärts. (M)Boi bemerkte dies jedoch und schlug voller Zorn eine Schlucht in das Flussbett. Die Seele des Mädchens blieb in einem Felsen am Fuße des Wasserfalles gefangen und von ihm für immer getrennt, ihr Geliebter verwandelte sich daraufhin in einen Baum am Ufer des Teufelsschlundes, wo er diesen Felsen im Auge behielt.

 
     
 

Quelle: Wikipedia

 

 

@ Jasmin Doormann